Wandern im Anaga vom Pico del Ingles am Canal de Chabuco
Fakten
Tourencharakter
Diese anspruchsvolle Wanderung führt von den Höhen des Anaga-Gebirges und die Tunnelstrecke des Canal de Chabuco. Erlebe diesen knapp 12 Kilometer langen Rundweg in der Nähe von Santa Cruz de Tenerife auf Teneriffa. Die Route ist keine offizielle Route und als schwierig eingestuft und kann in 4,5 bis 5,5 Stunden bewältigt werden. Die beste Wanderzeit ist von September bis November und von Mitte März bis Mai.
Es handelt sich um eine schöne und angenehme Rundwanderung in den Höhenbereichen des Parque Rural de Anaga, ein Naturschutzgebiet auf der Insel Teneriffa. Die Route führt durch schöne Waldgebiete und zu Aussichtspunkten, von denen aus man das Tal und die Schönheit dieses Naturgebietes bewundern kann.
Die abenteuerliche Strecke am Canal de Chabuco führt durch kurze Tunnels und wird durchgehend vom sensationellen Panorama des Valle Grande begleitet. Die grundsätzlich schwere Tour führt über einige enge und ausgesetzte Abschnitte, bei denen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sind. Diese Tour sollte nur bei gutem Wetter und ohne Regen absolviert werden. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind für Wanderung notwendig. Die Wanderung bietet 744 Höhenmeter sowohl in Auf- als auch im Abstieg.
Höhenprofil
Hintergrundinformationen
Die Streusiedlung Los Catalanes liegt im oberen Teil des Valle Grande auf 577 m Höhe am Südhang des Anaga-Massivs. Der Name stammt von Siedlern aus Katalonien nach der Eroberung der Insel im 15. Jahrhundert. Es gibt dort mehrere verstreute Gehöfte und Bauernhöfe mit 25 Einwohnern. Der Wasserstollen "Galería de Agua los Catalanes" wurde 1916 fertiggestellt. Er transportiert das geförderte Wasser in die Hauptstadt Santa Cruz. Der Kanal ist ein Beispiel für die Ingenieurskunst des letzten Jahrhunderts. Der Name »Chabuco« stammt vermutlich von den Ureinwohnern Teneriffas, den Guanchen. Sehenswert ist die kleine Kapelle mit ihrem gewölbten Kirchenschiff aus Stein und dem Glockenturm.
Routenbeschreibung
Vom Mirador Pico del Ingles führt der Wanderweg PR-TF 2 in den Lorbeerwald. Er ist gelb-weiß markiert und führt bis nach Santa Cruz de Tenerife. Man wandert auf einem Bergrücken durch den Lorbeerwald. Vereinzelt gibt es Ausblicke nach links und rechts. Der Kamm liegt einige Höhenmeter tiefer.
Vom Pico del Inglés aus führt der Wanderweg PR TF 2 Richtung Cuatro Caminos. Bald geht es durch einen Lorbeerwald mit Farnen und anderen Pflanzen. Man durchquert das Gebiet des Monte Aguirre mit seinen Wasserstollen, die seit 1706 Santa Cruz de Tenerife mit Wasser versorgen.
Der Weg verlässt den Grat und verläuft auf der rechten Hangseite. Von hier aus geht es weiter zum Cabezo del Viento, von wo aus man einen weiten Blick über die Sierra de Pedro Gil bis hin zum Teide hat. Nun erreicht man den Beginn des Valle de Tahodio. Nachdem man die Degollada del Viento passiert hat, biegt der Weg etwas weiter links ab, wo sich eine kleine Schutzhütte befindet, von der aus man einen guten Blick auf den Roque del Agua hat. Auf guten Wegen verliert man schnell an Höhe. Nach einem Serpentinenabstieg kommt man an Höhlenställen vorbei. Der Weg führt über einen sehr steilen Hang des Risco Araña, wo Pflanzenarten wie die Wolfsmilch und die Kaktusfeige vorherrschen. Der Weg führt an den malerischen Casas de Los Berros vorbei. In der Nähe befinden sich eine Tenne, mehrere in den Fels gehauene Höhlen und ein kleiner Teich neben der Galerie Los Brezos. Der Bergrücken liegt an einem Südosthang, der für den traditionellen Terrassenanbau genutzt wird.
Oberhalb des Gehöfts sind zwei weiße Wegweiser angebracht. Auf der Höhe von La Fortaleza verlässt die Route den Wanderweg PR-TF 2 und führt weiter zum Gehöft La Fortaleza. Von hier aus hat man einen Panoramablick auf den Roque Marrubial, den Roque de Los Brezos, den Roque de Los Sauces und den Roque de La Fortaleza. Der Weiler La Fortaleza, auch La Llanada genannt, liegt auf einer Höhe von ca. 680 m und hat die Besonderheit, dass einige seiner Häuser Höhlen sind. Es gibt keine Zufahrtsstraße. Man biegt nach links ab und steigt mit sensationellen Ausblicken hinab in Richtung Los Catalanes. Hier gibt es eine kleine Kolonie des Kanarischen Blauen Natternkopfes (Echium virescens) und weiter geht es durch ein Gebiet mit Felsabbrüchen bis zur Gollada La Cancela. Das Gebiet ist mit Felsvegetation bedeckt und weist eine reiche Population des Kanarischen Aeoniums auf. In der Nähe der Gollada La Cancela wechselt der Blick vom Becken des über 5,5 Kilometer langen Barranco de Valleseco, der in die Playa de Valleseco mündet, auf das Valle Grande. Nachdem der obere Teil des Barranquillo de los Laureles überquert wurde, folgt man dem Camino de La Fortaleza. Der Weg ist größtenteils gepflastert und führt bergab über einen Bergrücken neben dem Barranquillo de los Laureles. Beim Abstieg trifft man auf einen Weg, der von La Fortaleza nach Los Catalanes führen sollte, aber nur teilweise fertiggestellt wurde. Die Route führt auf den nächsten 1,3 Kilometern zur Kirche »Ermita de San José Obrero« in Los Catalanes, deren kuriose Rückseite an die Form eines Bunkers erinnert. Rechts der Kirche geht ein Weg ab, der in einen Pfad übergeht und dann im Zickzack steil bergab führt.
Am Ende des Abstiegs folgt man der Beschilderung nach links in Richtung Galería de los Catalanes / María Jiménez. Man überquert die erste Brücke, biegt dann rechts ab und erreicht die Galerie der Katalanen auf einem Weg durch bewirtschaftete Felder.Hinter dem Gebäude der Galerie beginnt der Weg entlang des Kanals, der durch fünf Tunnel und über drei Aquädukte führt. Der Weg entlang des Kanals ist einfach, es gibt jedoch einige enge und exponierte Stellen, die teilweise mit Seilen gesichert sind. Nicht zu unterschätzen ist die wuchernde Grasvegetation, die Tritt und Sicht auf dem schmalen Pfad erschwert.
Man überquert eine Aquäduktbrücke und gelangt auf einen ebenen Weg entlang des Kanals. Nach 600 m erreicht man den ersten Felstunnel. Die Tunnel sind kurz, man braucht keine Taschenlampen. Manchmal muss man gebückt gehen.
Der Weg führt am Kanal entlang. Die Wanderung wird von traumhaften Ausblicken auf das Gran Valle begleitet. Die umliegenden Gipfel des Anaga-Gebirges bieten ein herrliches Panorama auf das immer sichtbare Blau des Atlantiks.
Der Kanalweg folgt dem Gelände durch Schluchten und Tunnel und führt in ein Tal mit rötlichen Felsen. Nach dem vierten Tunnel biegt er nach links ab und nach 200 Metern erreicht man eine Wegkreuzung. Ein Wanderweg führt von rechts zum Kanal und weiter nach links oben - dies ist der Aufstiegsweg für den Rückweg der Kanaltour.
An der Wegkreuzung den Kanal verlassen, dem Wanderweg bergab folgen. Eine mächtige graue Basaltwand umrunden, die weiter oben vom Kanal mit einem Tunnel durchbrochen wird. Bei der Basaltwand handelt es sich um eine vulkanische Spaltenfüllung, die durch Erosionsprozesse freigelegt wurde. Die Landschaft bietet Ausblicke auf Schluchten und Berggipfel bis hin zum Atlantik.
Auf dem Wanderweg geht es weiter bis zu einer Weggabelung auf einer steinigen Kuppe. Ab hier führt ein schmaler Pfad aufwärts. Auf diesem steigt man links entlang der Bergflanke auf, anfangs neben einem Wasserrohr. Nach kurzer Zeit durchquert man eine Basaltwand. Hier verlässt man den felsigen Weg und steigt zwischen Felsen nach links ab. Der schmale, rutschige Pfad führt zurück zum Canal de Chabuco. Man durchquert den letzten Tunnel in der grauen Basaltwand
An der Wegkreuzung angekommen, geht es diesmal nach rechts bergauf. Bald passiert man eine schöne Schlucht aus rotem Gestein und hat von oben einen Blick auf den Kanal. Im weiteren Verlauf des Weges passiert man eine Schlucht mit einem Wasserbecken, in das sich bei starkem Regen ein kleiner Wasserfall ergießt. Danach steigt der Weg an den Hängen des Barranco El Hoyo weiter an, bis man oberhalb von Los Catalanes einen natürlichen Aussichtspunkt erreicht. Vor einem Bauernhaus biegt man rechts ab und steigt wieder an. Vor dem Haus sind freilaufende Hunde zum Schutz des Grundstücks - nicht weitergehen.
Oberhalb des Gehöfts führt der Weg die nächsten 800 m steil bergauf zu den Häusern an der Höhenstraße. Bei einem Haus trifft der Weg auf die Straße nach Los Catalanes. Dieser folgt man die nächsten 600 m nach links. Nun biegt man nach rechts auf einen etwas wilderen Weg 300 m bergauf, bis man etwas unterhalb der Höhenstraße und des Restaurants Casa Santiago auf den Querweg zum Pico de Ingles trifft. Vorbei an einem Haus und einigen Obstgärten umgehen wir den Cabezo Vueltas de Las Zarzas auf seiner Südseite. Weiter geht es auf einem unmarkierten Weg durch dichten Wald hinter dem Nordhang des Roque del Agua. Dann erreicht man das Ende der alten Straße, die auf einer Länge von 1,3 km zum Pico de Ingles führt. Die Sackgasse ist einer der meistfotografierten Orte der Anaga. Dabei handelt es sich um eine Art Tunnel, der aus zwei moosbewachsenen Wänden besteht und im oberen Teil mit dichtem Lorbeerwald bewachsen ist.
*** Wer es noch etwas wilder mag, kann vor der alten Straße einem ausgesetzten Pfad nach links folgen. Dieser führt auch wieder zurück zum Pico de Ingles. ***
Am Ende der Tour erreicht man wieder den Aussichtspunkt Mirador del Pico del Inglés, von dem aus man den gesamten Norden und die Mitte der Insel überblicken kann: von den Roques de Anaga bis nach Santa Cruz und sogar bis zum Teide.
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