Holzbrücke in Forbach | © Sunhikes Blick über den Mummelsee | © Sunhikes Allerheiligen-Wasserfall | © Sunhikes

Die besten Highlights im Nördlichen Schwarzwald - Seite 2

Der Nördliche Schwarzwald bietet eine Vielzahl von Ausflugszielen für jedermann. In den ausgedehnten Nadelwäldern verbergen sich idyllische kleine Karseen wie der Buhlbachsee, der Ellbachsee oder der Huzenbacher See. Urwüchsige Landschaften mit malerischen Hochmooren laden zum Wandern und Spazieren ein. In den Schluchten gibt es wunderschöne Wasserfälle wie den Allerheiligen-Wasserfall, die Edelfrauengrab-Wasserfälle und die Gertelbach-Wasserfälle zu entdecken.

Die Hornisgrinde, der höchste Berg des Nordschwarzwaldes, ist zusammen mit dem Mummelsee ein echter Touristenmagnet. Die hoch gelegenen Grindenlandschaften um den Schliffkopf und Felsformationen wie Lautenfelsen, Hohe Schar oder Battertfelsen bei Baden-Baden bieten herrliche Ausblicke. 

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Schliffkopf ist ein Naturschutzgebiet

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Der Schliffkopf ist ein 1055 Meter hoher Berg im Nordschwarzwald. Der Berg liegt an der Schwarzwaldhochstraße im Nationalpark Schwarzwald, zwischen Baiersbronn, Ottenhöfen und Oppenau. Mehrere Fernwanderwege, darunter der Westweg, führen über den Schliffkopf.

Bereits 1938 wurde ein 520,1 Hektar großer Teil der hochmoorartigen Gipfelregion als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Seit 1986 sind weitere 876,2 Hektar auf dem Gebiet des Landkreises Freudenstadt unter Naturschutz gestellt. Unter Schutz gestellt ist die typische Landschaft des Grindenschwarzwaldes mit ausgedehnten Wäldern, Legföhrenbeständen und dem Karsee Buhlbachsee. Teilbereiche des Waldes sind als Bannwald ausgewiesen. Ein Großteil des Naturschutzgebietes wurde 2014 in den Nationalpark Schwarzwald integriert.

Wanderungen und Rundwanderwege rund um den Schliffkopf selbst planen.

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Hornisgrinde ist der höchste Berg des Nordschwarzwaldes

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Der höchste Berg des Nordschwarzwaldes ist die Hornisgrinde mit einer Höhe von 1.164 Metern über dem Meeresspiegel. Der rund zwei Kilometer lange, langgestreckte Bergrücken verläuft annähernd in Nord-Süd-Richtung. Für deutsche Verhältnisse ist die Hornisgrinde ein außergewöhnlich niederschlagsreicher Ort. Mehr als 99 % der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes zeigen niedrigere Werte als dieser imposante Berg.

Bei guter Sicht hat man vom Turm aus einen Rundblick über zahlreiche Berge des Schwarzwaldes, die Vogesen, Teile des Pfälzerwaldes und der Schwäbischen Alb. Im Süden sind bei sehr guter Wetterlage einige Alpengipfel zu erkennen.

Wandern auf der Hornisgrinde
Mehrere Aufstiegsrouten führen vom Mummelsee herauf. Über den Berg führen auch die Fernwanderwege Westweg und Seensteig. Das Moor kann auf einem Rundweg, der mit Holzbohlen ausgelegt ist, erkundet werden. Zahlreiche Informationstafeln zeigen, wie das Hochmoor entstand und welche Tier- und Pflanzenwelt es beherbergt.

Entdecke die schönsten Wanderungen und Rundwanderwege rund um die Hornisgrinde. Plane deine eigene Wanderung mit Sunhikes.

Hornisgrindeturm
Am südlichen Ende erhebt sich über dem Mummelsee der 23 Meter hohe Hornisgrindeturm. Er wurde 1910 auf Initiative des Badischen Schwarzwaldvereins erbaut. Als Baumaterial diente der in der Nähe vorkommende Buntsandstein. Der Turm war damals neben dem Mummelsee eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. 1942 beschlagnahmte die deutsche Luftwaffe den Turm. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er vom französischen Militär genutzt. Seit dem 29. Mai 2005 ist der Turm wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.

Bismarckturm
Auf dem höchsten Punkt des Berges, in der Mitte der Gipfelebene, steht ein weiterer Turm. Der ursprünglich 7 m hohe Signalturm wurde 1871 errichtet. Er diente der Landesvermessung. Er wurde 1892 durch den Anbau einer Treppe an der Außenseite zum Aussichtsturm umgebaut. 

Die Grinden des Nordschwarzwaldes
Die so genannten Grinden, karge Hochflächen mit Moorböden, liegen auf den Bergrücken des Nordschwarzwaldes. Durch die intensive Beweidung im Mittelalter sind sie heute mit Borstgras, Heidekraut und Latschenkiefern bewachsen. Um sie zu erhalten, werden gezielt Pflanzen entfernt und die Beweidung wieder aufgenommen.

Unterhalb der Hornisgrinde liegt das Ski- und Wanderheim Ochsenstall, die höchstgelegene bewirtschaftete Hütte im Nordschwarzwald. Die Hütte liegt auf einer Höhe von 1.036 m direkt am Westweg.

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Wildseeblick ist ein Tiefblick auf den Karsee

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Auf dem 1055 m hohen Seekopf, unmittelbar am Verlauf des Westweges und des Seensteigs Etappe 3 vom Ruhestein zur Darmstädter Hütte, befinden sich der Wildseeblick und das Euting-Grab. Der Wildseeblick ist nur durch einen kleinen Hang von der steil abfallenden Karwand abgesetzt und bietet einen grandiosen Tiefblick auf den Karsee. Hier liegt der älteste Bannwald Baden-Württembergs. Der „Wilde See“ liegt wie ein dunkles Auge im weiten, stillen Schönmünztal.

Seinen Ursprung hat der See in einem eiszeitlichen Gletscher, der sich im Laufe von Zehntausenden von Jahren an diesem "kalten Ort" aus Schnee gebildet hat. Begünstigt wurde die Entstehung der tiefen Mulde auch durch den "weichen" Buntsandstein, der im Nordschwarzwald auf dem Grundgebirge aus kristallinem Gestein aufliegt. Der Buntsandstein war auch der Grund für die Entstehung von mehr eiszeitlichen Karen im Nordschwarzwald als im Südschwarzwald, dessen Untergrund wesentlich härter ist.

Entdecke die schönsten Wanderungen und Rundwanderwege rund um den Wildseeblick. Plane deine eigene Wanderung mit Sunhikes.

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Der Merkur oder Große Staufenberg

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Der Merkur oder Große Staufenberg ist ein 669 m hoher Berg im Nordschwarzwald in der Nähe der Städte Baden-Baden und Gernsbach. Der Merkur gilt als Hausberg von Baden-Baden. Auf den Merkur führt von Baden-Baden aus die Merkurbergbahn, eine Zahnradbahn. Auf dem Gipfel befindet sich der Merkurturm, ein Aussichts- und Sendeturm. Der Merkur und der südlich benachbarte 623 m hohe Kleine Staufenberg bestehen aus mehreren Schichten Sedimentgestein. Auf dem Gipfel gibt es eine Liegewiese, einen Grillplatz und einen Spielplatz mit Riesenrutsche.

Die Merkur-Bergbahn
Der Gipfel des Merkur ist für Besucher nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder von Baden-Baden aus mit der Merkur-Bergbahn zu erreichen. Die 1913 erbaute Bahn wurde 1967 aus technischen Gründen stillgelegt und 1979 wieder in Betrieb genommen. Mit 1200 m Länge ist sie eine der längsten Standseilbahnen Deutschlands. Die Bahn hat eine Steigung von bis zu 54 %.

Merkurturm der Aussichtsturm mit Blick auf Baden-Baden
Der Merkurturm ist ein Aussichtsturm mit Sendemast auf dem 669 Meter hohen Berg Merkur bei Baden-Baden, der ihm seinen Namen gab. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Turm auf dem höchsten Punkt des Merkur errichtet. Die Bergstation beherbergt ein Restaurant. 

Wandern auf dem Gipfel des Merkur
Für Kurzwecke wurden so genannte Terrainkurwege unterschiedlicher Länge und Steigung angelegt. Auf mittlerer Höhe führt auf der Baden-Badener Seite der Wanderweg Panoramaweg am Merkur vorbei. Der Merkurgipfel ist Station der Wanderwege Gernsbacher Runde und Murgleiter. Entdecke die schönsten Wanderungen und Rundwanderwege rund um den Gipfel des Merkur. Plane deine eigene Wanderung mit Sunhikes.

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Battertfelsen bei Baden-Baden

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Mächtig erheben sich die Battertfelsen und warten darauf, von Abenteurern erobert zu werden. Ein eindrucksvolles Naturschauspiel im Schwarzwald wartet auf dem Oberen Felsenweg. Die Felsen liegen in der Nähe des alten Schlosses Hohenbaden. Der Battert ist ein 568,6 Meter hoher Berg am Westrand des Nordschwarzwalds nördlich von Baden-Baden. Auf seinem Westhang liegt die Ruine der Burg Hohenbaden (Altes Schloss). Die Battertfelsen, zugleich das größte Klettergebiet im Schwarzwald, befinden sich am Südhang.

Ebenfalls am Südhang des Battert liegt das Naturschutzgebiet Battertfelsen beim Alten Schloss Hohenbaden. Auf der östlichen Seite liegt der Baden-Badener Höhenstadtteil Ebersteinburg.

Die Battertfelsen sind aus geologischer Sicht ein außergewöhnliches und spannendes Zeugnis vergangener Zeiten und erdgeschichtlicher Prozesse. Umgeben von einem Naturschutzgebiet beherbergen die Felsen eine vielfältige Flora und Fauna, darunter Wanderfalken und seltene Pflanzen. 

Der Bereich der Battertfelsen hat eine lange und faszinierende Geschichte, die bis in die Zeit des Alten Schlosses Hohenbaden zurückreicht. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der Dichter der Romantik, wurde die romantische Felsenwelt des Battert durch Wege erschlossen. Alexander Graf Broussel schuf 1839 das Wegesystem mit den Felsentreppen. Die Felsentreppen sind noch heute in Betrieb. Ein Aufstieg durch die Battertfelsen ist nach wie vor ein faszinierendes Erlebnis. Vom Plateau der Battertfelsen bietet sich ein überwältigendes Panorama über die malerische Schwarzwaldlandschaft. Der Blick über die benachbarten Schwarzwaldgipfel reicht von Baden-Baden bis zur 1.164 Meter hohen Hornisgrinde und im Westen bis ins Rheintal, ins Elsass und zu den Vogesen. 

Das Klettergebiet Battert zählt zu den abwechslungsreichsten Klettergebieten im Nordschwarzwald. Die ersten Kletterrouten am Battert wurden im Frühsommer 1887 erschlossen, heute gibt es eine Vielzahl von leichten bis schweren Routen (II bis X). 

Zu den Battertfelsen, durch sie hindurch und um sie herum gibt es verschiedene Wanderwege, wie z.B. den Ebersteinburg-Rundweg mit Battertfelsen oder den Oberen und Unteren Felsenweg.

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Altes Schloss Hohenbaden

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Oberhalb von Baden-Baden erhebt sich die Ruine der Burg Hohenbaden - heute auch „Altes Schloss“ genannt. Die Ruine befindet sich nördlich der Stadt Baden-Baden am Westhang am Ende eines steil abfallenden Bergrückens. Auf dem Battertfelsen thront die Burg, umgeben von Wald. Die mächtige Ruine und die sie umgebende üppige Natur haben schon im 19. Jahrhundert die Vorstellungskraft von Dichtern und Malern inspiriert.

Das Alte Schloss Hohenbaden war vom 11. bis zum 15. Jahrhundert Residenz der Markgrafen von Baden. Entdecke geheime Burgverliese, Mauervorsprünge und Aussichtsterrassen. Ganz oben angekommen bietet sich ein einzigartiger und faszinierender Rundblick über die Stadt, den Schwarzwald und die Rheinebene!  

Der älteste Teil der alten Schlosses, die Oberburg, liegt hoch auf dem Fels. Die Oberburg, auch Hermannsbau genannt, wurde von Markgraf Hermann II. erbaut. Ein zweiter Burgteil, die Unterburg, wurde im 14. Jahrhundert an die heutige Oberburg angebaut. Die badischen Markgrafen hatten nun eine mächtige Residenz

Von der Unterburg ist der Bernhardsbau mit seinen mächtigen Kellergewölben noch gut erhalten. Der Jakobsbau, der jüngste Teil des Alten Schlosses, verbindet Oberburg und Bernhardsbau. Markgraf Jakob I. ließ diesen Teil im 15. Jahrhundert erbauen. Schloss Hohenbaden war die Residenz des Markgrafen, bis er 1479 seine Residenz in das Neue Schloss Baden verlegte. Im 16. Jahrhundert brannte die Burg ab und verfiel.  

Am Westrand des Battertfelsens thront die Burg, umgeben von Wald. Die mächtige Ruine und die üppige Natur um sie herum haben schon im 19. Jahrhundert die Vorstellungskraft von Dichtern und Malern inspiriert.

Vom Parkplatz oder über den beliebten Ebersteinburg-Rundweg, der direkt am Alten Schloss vorbeiführt, gelangt man zum Schloss Hohenbaden. 

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Der Sandsee: Wander- und Ausflugsziel nahe der Schwarzwaldhochstraße

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Der Sandsee ist ein kleiner, malerisch inmitten von Nadelwäldern gelegener See zwischen Herrenwies und Sand nahe der Schwarzwaldhochstraße. Er liegt auf der Gemarkung der Stadt Bühl, die an den See angrenzenden Wälder gehören bereits zum Nationalpark Schwarzwald.

Am Ufer des Sandsees laden Ruhebänke und Picknickplätze Wanderer und Ausflügler zum Verweilen ein. Im seichten Wasser des Sees kann man Forellen beobachten. Der See liegt an einem beliebten Wanderweg von Sand über den Herrenwieser See zur Badener Höhe. Auch ein kurzer Spaziergang vom Ausgangspunkt Sand durch den idyllischen Nadelwald führt zu dem kleinen See.
 
Seinen Namen verdankt der See dem in dieser Region vorherrschenden rötlichen Buntsandsteinboden. Das Wasser des Schwarzenbachs wurde im 18. Jahrhundert kurz hinter seinem Quellgebiet aufgestaut. So entstand der Sandsee als künstlicher See für die Flößerei. Durch die Aufstauung entstand ein sogenannter Schwallsee, der den Bächen und Flüssen unterhalb des Sees kurzfristig die für den Holztransport notwendigen Wassermengen zuführte.

Im Jahr 1933 wurde der Sandsee als Badeort eingerichtet und bis Mitte der 1970er Jahre als Strandbad genutzt. Es gab sogar einen Kiosk und Umkleidekabinen auf dem Areal nahe dem Kurhaus Sand. Das Strandbad gibt es schon lange nicht mehr. Auch das ehemalige Kurhaus Sand an der Schwarzwaldhochstraße ist dem Verfall preisgegeben.

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Wildsee Kaltenbronn – Hochmoor, Moorlandschaft & Natur erleben

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Der Wildsee liegt auf einer Höhe von 909 Metern im Nordschwarzwald zwischen Bad Wildbad und Gernsbach. Er gilt als das größte Hochmoorauge in Deutschland und ist der zentrale Punkt des Wildseemoors, dem größten Hochmoor des Schwarzwalds. Zum Moorgebiet gehört auch der kleinere Hornsee.

Naturgeschichte – Alte Steine und junge Moore

Unter den Füßen liegt Buntsandstein, abgelagert vor mehr als 250 Millionen Jahren, während die darüber liegenden Hochmoore vergleichsweise jung sind. Sie entstanden erst am Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren und wuchsen durch hohe Niederschläge. 

Schutzgebiet Kaltenbronn – Natur und Bannwald

Torfböden, dunkle Wasserflächen und goldgelbe Moose bilden ein geheimnisvolles Gesamtbild. Seit dem Jahr 2000 ist das Wildseemoor zusammen mit dem Hohlohsee und den umgebenden Waldschutzgebieten als Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn ausgewiesen. Die Region um den Wildsee ist zusätzlich als Bannwald geschützt. So bleibt die Landschaft aus Hochmoor, Seen und Waldflächen ungestört erhalten – ein Ort voller Ruhe und ursprünglicher Natur.

Landschaft und Flora – Moore, Wälder und offene Wasserflächen

Die Hochmoore um Kaltenbronn – inklusive Wildseemoor und Hohlohsee – bieten eine einzigartige, urwüchsige Landschaft. Am Rand der Seen wechseln sich Schwingrasen und offene Wasserflächen ab, während Hochmoor-, Moorrandkiefern- und Moorrandfichtenwälder die Umgebung prägen. Man erlebt hier die besondere Atmosphäre eines intakten Hochmoors, das alle Sinne anspricht.

Zugänge und Wege – Natur pur erleben

Der kürzeste Zugang zum Wildsee beginnt am Infozentrum Kaltenbronn. Ein Bohlenweg zieht sich durch die Moorlandschaft und führt direkt am See vorbei. Wer möchte, kann die gut ausgeschilderten Wege rund um Kaltenbronn erkunden, verschiedene Routen wählen und den Besuch mit einem Abstecher ins Hohlohmoor und zum Hohlohturm verbinden. So wird der Ausflug zu einem besonders intensiven Naturerlebnis zwischen Moor und Wald.

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Der Haberer-Turm – wo der Schwarzwald seine Weite zeigt

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Wer einmal auf dem Burgberg bei Bad Peterstal-Griesbach gestanden hat, weiß: Es gibt Aussichten, die man nicht vergisst. Der Haberer-Turm ist so ein Ort. Sechzehn Meter massiver Buntsandstein, der sich seit 1899 in den Nordschwarzwald-Himmel reckt – und wer oben ankommt, begreift sofort, warum dieser Aussichtsturm im Schwarzwald bis heute Menschen anzieht. 

Ein Denkmal mit Geschichte – der Turm und sein Namensgeber 

Es war der Schwarzwaldverein, der den Turm baute. Am 9. Juli 1899 wurde er feierlich eingeweiht, benannt nach Dr. Albert Haberer (1828–1893) – Badearzt, Visionär, Förderer. Haberer war es, der die Renchtalbäder im 19. Jahrhundert aus der regionalen Stille in internationales Ansehen führte. Ein Mann, dem das Tal so viel verdankt, dass man ihm Stein auf Stein setzte, hoch über den Dächern von Bad Griesbach

Der historische Aussichtsturm wurde 1955 und 1983 grundlegend saniert – heute steht er unter Denkmalschutz und ist festes Glied auf dem Teufelskanzelsteig, einem der schönsten Premiumwanderwege im Nordschwarzwald

Der Blick, der einen atemlos macht 

Wer die schmale Wendeltreppe hochsteigt, wird belohnt. Der Blick reicht weit über das obere Renchtal, über die Höhenzüge des Schwarzwalds, bis zum Buchkopfturm am Horizont. Tief unten liegt Bad Griesbach, eingebettet in sanfte Hügel und dunkle Tannenwälder. Man versteht an diesem Ort, warum die Kurgäste des 19. Jahrhunderts hierher pilgerten – für Luft, Weite, Stille. 

Der Aussichtspunkt Haberer-Turm ist ganzjährig und rund um die Uhr zugänglich. Der Eintritt ist kostenfrei. Es braucht nur Beine – und die Lust auf einen Anstieg. 

Wandern zum Haberer-Turm: drei Wege, eine Belohnung 

Direkter Aufstieg vom Bahnhof Bad Griesbach 

Rund 1,6 Kilometer, aber mit 250 Höhenmetern hat es der direkte Weg vom Bahnhof in sich. Der Pfad ist kurz, aber klar: Wer ihn geht, spürt jeden Schritt – und genießt oben umso mehr. 

→ Der Teufelskanzelsteig 

Der Haberer-Turm liegt mittendrin auf diesem markanten Wanderweg – zwischen der mystisch klingenden Teufelskanzel und dem Abstieg zurück ins Tal. Wer diesen Premiumwanderweg Schwarzwald geht, taucht tief ein in die Eigenart dieser Landschaft. 

→ Die große Runde: Glaswaldsee und Marienruhe 

Für alle, die mehr wollen: Eine anspruchsvolle Rundwanderung im Renchtal verbindet den Glaswaldsee mit dem Haberer-Turm und der Marienruhe – rund 20 Kilometer, die alles bieten, was der Nordschwarzwald zu geben hat. 

Was liegt noch in der Nähe? 

Der nächste Aussichtspunkt im Schwarzwald ist die Marienruhe – mit eigenem Bergpanorama und ruhiger Atmosphäre. Wer die umliegenden Pfade erkundet, kommt auch an der Kreuzkopfschanze vorbei, von wo aus man auf die Sommerskisprunganlage blickt – ein überraschender Kontrast in dieser stillen Waldwelt. 

Fazit: Ein Turm, der erzählt 

Der Haberer-Turm bei Bad Peterstal-Griesbach ist mehr als ein Aussichtspunkt. Er ist ein Stück Kurgeschichte des Renchtals, ein Monument für einen Mann, der das Tal formte, und ein Ort, an dem Wandern im Schwarzwald seine schönste Form annimmt. Kostenlos, ganzjährig offen, unvergesslich – der Aufstieg lohnt sich zu jeder Jahreszeit. 

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Burgruine Zavelstein: Wo Steine Geschichten flüstern

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Wer einmal auf der Burgruine Zavelstein gestanden hat, versteht sofort, warum dieser Ort Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht. Hoch über dem Teinachtal im Nordschwarzwald reckt sich der 28 Meter hohe Bergfried in den Himmel – stumm, trotzig, unvergänglich. Ringsum das malerische Fachwerkensemble des „Städtle" Zavelstein, eines Ortsteils von Bad Teinach-Zavelstein. Die Zeit scheint hier anders zu laufen. Langsamer. Bewusster. 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Museum, das man hinter Glasscheiben betrachtet. Sie ist ein Ort, den man atmet. 

Eine Burg entsteht – Stauferzeit um 1200 

Alles beginnt um das Jahr 1200. Die Staufer, jene mächtige Herrscherdynastie, die das mittelalterliche Europa prägte, erkennen das strategische Potenzial einer Bergnase hoch über dem Teinachtal. Hier, wo der Blick weit über die Wälder des Nordschwarzwalds schweift, lassen sie die Burg Zavelstein errichten – eine klassische Höhenburg, gebaut zur Sicherung und Kontrolle des Gebiets. 

Was damals als nüchternes Militärprojekt beginnt, entwickelt sich zu einem der faszinierendsten Orte der Schwarzwald-Geschichte

1367: Die Flucht im Badehemd – und Stadtrechte als Dank 

Dann kommt das Jahr 1367. Graf Eberhard II. von Württemberg – im Volksmund „der Greiner" genannt, was so viel wie „der Streitsüchtige" bedeutet – weilt in Bad Wildbad im Bad. Entspannung, Erholung, Ruhe. Doch seine Feinde, die sogenannten Martinsvögel, ein kriegerischer Ritterbund, überraschen ihn. Nur knapp entwischt er – im Badehemd, so erzählt es die Überlieferung – und flüchtet auf die damals als uneinnehmbar geltende Burg Zavelstein

Die Burg rettet ihn. Und der Graf weiß, wie man sich bedankt: Noch im selben Jahr verleiht er der kleinen Siedlung vor der Burgmauer die Stadtrechte. Zavelstein wird damit zur kleinsten Stadt Württembergs – ein Titel, der das „Städtle" bis heute mit einem gewissen Stolz trägt. 

Diese Geschichte ist mehr als eine Anekdote. Sie ist der Ursprung des denkmalgeschützten Ortsbildes, das Zavelstein bis heute bewahrt hat. 

Das Renaissanceschloss des Heinrich Schickhardt 

Anfang des 17. Jahrhunderts weht ein neuer Wind durch die alten Mauern. Der Freiherr Benjamin Buwinghausen beauftragt niemand Geringeren als Heinrich Schickhardt, den berühmtesten württembergischen Baumeister seiner Zeit, mit einem kompletten Umbau. Aus der mittelalterlichen Wehrburg wird ein repräsentatives Spätrenaissanceschloss – elegant, weltläufig, dem Zeitgeist entsprechend. 

Man kann sich vorstellen, wie das Schloss damals geleuchtet haben muss. Heller Sandstein, symmetrische Fenster, der Bergfried als mächtiges Rückgrat. Eine Herrschaftsarchitektur, die Respekt einflößt – und gleichzeitig Schönheit ausstrahlt. 

1692: General Mélac und das Ende einer Ära 

Doch dann kommt der Pfälzische Erbfolgekrieg. Und mit ihm General Mélac, bekannt als einer der brutalsten Heerführer Ludwigs XIV. Im Jahr 1692 erreichen seine französischen Truppen das Teinachtal. Was folgt, brennt sich tief ins kollektive Gedächtnis der Region ein: Die Burg Zavelstein wird zerstört. Nahezu vollständig. Ebenso die Stadt darunter. 

Die Bürger bauen ihre Häuser wieder auf. Das Schloss aber bleibt Ruine – bis heute. 

In Stadtführungen wird diese Zerstörung noch immer als dramatischer Wendepunkt erzählt, fast wie eine dunkle Legende. Dabei ist sie bittere Realität – und Teil der europäischen Kriegsgeschichte. 

Der Bergfried: Aufstieg mit Aussicht 

Von all dem, was einst war, hat der Bergfried der Burgruine Zavelstein am meisten überlebt. 28 Meter aus solidem Mauerwerk, nahezu unversehrt. Wer den Aufstieg wagt – für eine kleine Gebühr von rund 50 Cent – wird mit einem Panoramablick über den Schwarzwald belohnt, der seinesgleichen sucht. 

Wälder, Täler, Höhenzüge – die Landschaft öffnet sich in alle Richtungen. Klar und ruhig an guten Tagen, dramatisch verhangen bei aufziehendem Wetter. Beides hat seinen Reiz. 

Wer die Burgruine Zavelstein besuchen möchte: Das Gelände ist frei zugänglich und zu jeder Jahreszeit geöffnet. Kein Eintritt, kein Voranmelden. Einfach hinkommen und staunen. 

Was die Mauern noch zu bieten haben 

Neben dem Bergfried sind weitere Teile der mittelalterlichen Burganlage erhalten geblieben: die Kernburg mit Palasruine, beeindruckende Kellergewölbe, eine mächtige Schildmauer sowie die historische Toranlage. Wer aufmerksam durch die Ruine streift, entdeckt überall Details, die Fragen aufwerfen – und die Fantasie beflügeln. 

Direkt im Vorbereich der Burg laden ein Spielplatz und Bänke zum Verweilen ein. Für Familien mit Kindern ist das ein echter Pluspunkt. 

Sagen, Spiele und mystische Abende 

Rund um die Burgruine Zavelstein ranken sich Geschichten. Manche sind historisch verbürgt, andere wandern zwischen Legende und Wirklichkeit. 

Das Outdoor-Escape-Spiel „Annis Schwarzwald Geheimnis" greift genau diese Atmosphäre auf. Familien lösen Rätsel, folgen Spuren, entschlüsseln lokale Legenden – und erleben die sagenumwobene Burgruine dabei auf eine ganz neue Art. 

In den weitläufigen Kellergewölben finden regelmäßig Märchenabende statt. Wenn die Kerzen flackern und die Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten durch die alten Mauern hallen, spürt man: Hier ist Geschichte lebendig. Nicht eingemottet, sondern atmend. 

Veranstaltungen, die den Besuch zum Erlebnis machen 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Ort, der nur von seiner Vergangenheit lebt. Das ganze Jahr über gibt es Anlässe, die hierher locken. 

Krokusblüte im März: Zavelstein ist berühmt für seine wilde Krokusblüte. Ab Mitte März verwandeln Tausende violetter Blüten die Wiesen rund ums Dorf in ein leuchtendes Farbmeer. Ein Naturschauspiel, das jedes Jahr von Tausenden Menschen bestaunt wird – und das man einmal erlebt haben muss. 

Zavelsteiner Burgweihnacht: Am zweiten Adventswochenende wird die Ruine zum Weihnachtsmarkt. Zwischen alten Mauern, Lichterschein und Glühweinduft entsteht eine Stimmung, die man anderswo nicht findet. Nächster Termin: 5.–6. Dezember 2026

Zavelsteiner Burgsommer: Im Sommer dient die Ruinenkulisse als Bühne für Open-Air-Kino und weitere Kulturveranstaltungen. Kino unter freiem Himmel – mit Burgflair. 

Wandern rund um die Burgruine: Der Teinacher Premiumweg 

Wer Zavelstein wirklich verstehen will, sollte es erwandern. Der Schwarzwälder Genießerpfad „Der Teinacher" ist dafür die erste Wahl. Ein rund 12 Kilometer langer Rundweg, mittelschwer, mit 486 Höhenmetern – und die Burgruine Zavelstein als zentraler Höhepunkt mittendrin. 

Man startet am Freibadparkplatz in Bad Teinach, im Herzen des Nordschwarzwalds. Schon die ersten Schritte auf diesem zertifizierten Teinacher Premiumweg machen klar, dass dieser Pfad mehr ist als Sport. Er ist eine Einladung – hinaus in eine Landschaft, die nicht laut spricht, sondern erzählt. 

Der Beerenweg zu Beginn führt entlang des klaren Bachs durch ursprüngliche Wälder. Stille. Vogelstimmen. Leises Wasserplätschern. Hier zeigt sich der Schwarzwald klassisch und unverfälscht. 

Dann kommen die Mathildenstaffeln – über 600 Stufen, die Konzentration und Ausdauer fordern. Wer oben ankommt, blickt über die Höhenzüge rund um Emberg und versteht, warum Wanderer aus ganz Deutschland hierher kommen. 

Die Wolfsschlucht folgt: eine der eindrucksvollsten Passagen des gesamten Wegs. Schaurig-schön, geheimnisvoll, lebendig. Das Rauschen der Bäume, das Flüstern des Waldes – man geht schneller, ohne zu wissen warum. 

Dann, nach der Schlucht: Zavelstein. Das Fachwerkstädtchen empfängt einen mit Stille und Geschichte. Und über allem thront sie – die Burgruine Zavelstein, majestätisch und wachsam. 

Beim Abstieg ins Teinachtal begleitet die Teinach den letzten Abschnitt. Das Wasser, der Rhythmus der Schritte, die ruhiger werdenden Gedanken. Man geht langsamer, bleibt stehen. Atmet. Dieser letzte Teil des Genießerpfads ist kein Schlussstück – er ist ein Ausklingen. 

Der gesamte Weg ist dank des Schwarzwaldvereins hervorragend gepflegt und klar beschildert. Weitere Infos zur Route gibt es bei Sunhikes. 

Zavelstein: Klein, aber unvergesslich 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Ort, den man mal eben abhakt. Sie ist ein Ort, zu dem man zurückkommt. Im März wegen der Krokusse. Im Advent wegen der Burgweihnacht. Im Sommer zum Wandern. Im Herbst, wenn der Schwarzwald golden leuchtet und die Mauern im Abendlicht glühen. 

Wer einmal oben auf dem Bergfried stand und den Blick über den Nordschwarzwald schweifen ließ, weiß: Manche Orte erklären sich nicht. Die muss man einfach erleben.